Freitag, 2. Dezember 2016

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Iran

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Wir fordern die Freilassung aller Gefangenen im Iran, die aufgrund ihrer religiösen Überzeugung oder der Ausübung ihrer Religion inhaftiert sind. Religionsfreiheit ist eines der wichtigsten Menschenrechte.



Der iranische Pastor Behnam Irani (im Bild mit seiner Frau und seinen Kindern) war im Iran über fünf Jahre lang wegen seines christlichen Glaubens in Haft. Der Familienvater, der mit einer armenischen Christin verheiratet ist, wurde am 17. Oktober vorzeitig freigelassen. Weltweit hatten sich zahlreiche Menschenrechtler für seine Freilassung eingesetzt.

Der 1960 geborene Pastor war 1992 vom Islam zum Christentum übergetreten. Seit 2002 arbeitete er als Pastor in einem Netzwerk von Hauskirchen. Im Iran sind insbesondere Christen mit muslimischer Vergangenheit fortwährend willkürlicher Verhaftung, Schikanierung und Gefangennahme ausgesetzt.

Pastor Behnam Irani war bereits 2006 und 2010 verhaftet worden. Wegen angeblicher „Handlungen gegen die nationale Sicherheit“ wurde er damals zu fünf Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. 2011 wurde der Pastor während eines Gottesdienstes in einer Hauskirche erneut festgenommen. Nun musste er die Haftstrafe antreten. Zu den fünf Jahren kam ein weiteres Jahr dazu.

In der Haft wurde Pastor Irani mehrfach gefoltert und hat dabei schwere Verletzungen erlitten. Zwischenzeitlich verschlechterte sich sein Zustand so sehr, dass er das Gefängnis verlassen und in einem Krankenhaus behandelt werden musste. Im September 2014 wurden neue, dubiose Anschuldigungen gegen den Pastor erhoben, die dafür sorgten, dass er wegen angeblicher “staatsfeindlicher Aktivitäten” und “Verstoß gegen die öffentliche Ordnung“ zu weiteren sechs Jahren Haft verurteilt wurde. Diese Anklage und die Haftverlängerung wurden später fallen gelassen.

Im Iran sind weiter zahlreiche Menschen allein wegen ihres christlichen Glaubens in Haft. Seit Beginn 2016 nehmen die Berichte über neue Verhaftungen zu. Die Repressalien und Verfolgungsmaßnahmen des islamistischen Regimes im Iran gegen Christen werden verschärft. Wir fordern die Freilassung aller Gefangenen im Iran, die aufgrund ihrer religiösen Überzeugung oder der Ausübung ihrer Religion inhaftiert sind. Religionsfreiheit ist eines der wichtigsten Menschenrechte.



Die Menschenrechtsaktivistin und Autorin Golrokh Ebrahimi Iraee ist seit Ende Oktober im Teheraner Evin-Gefangnis inhaftiert. Amnesty International fordert ihre sofortige und bedingungslose Freilassung. Ihre Verurteilung zeige, dass das Teheraner Regime weiter an der erschreckenden Praxis der Steinigung festhält, die einer Folter gleichkommt. "Statt kritische Stimmen einzuschüchtern und zu inhaftieren, sollten die Verantwortlichen im Iran vielmehr diese grausame Strafe ein für alle Mal abschaffen."


Die Menschenrechtsaktivistin und Autorin Golrokh Ebrahimi Iraee und ihr Ehemann Arash Sadeghi sind im Teheraner Evin-Gefängnis in Haft. Golrokh Ebrahimi Iraee wurde zu sechs Jahren Haft verurteilt, weil sie eine unveröffentlichte Geschichte geschrieben hat, in der sie die grauenvolle Praxis der Steinigungen kritisiert. Arash Sadeghi wurde zu 15 Jahren Haft verurteilt, weil er Berichte über die Menschenrechtsverletzungen im Iran ins Ausland geschickt hat.

Golrokh Ebrahimi Iraee wurde am 24. Oktober festgenommen, nachdem Regimepolizisten gewaltsam in ihre Wohnung eingedrungen waren. Obwohl kein offizieller Haftbefehl ausgestellt worden war, wurde sie in das Teheraner Evin-Gefängnis gebracht, um eine sechsjährige Haftstrafe zu verbüßen. Ihr Ehemann Arash Sadeghi, der sich ebenfalls in politischer haft befindet, hat einen Hungerstreik begonnen, um gegen ihre Inhaftierung zu protestieren.

Amnesty International fordert die sofortige und bedingungslose Freilassung von Golrokh Ebrahimi Iraee. “Dies ist der jüngste Fall, wo eine junge Autorin und Aktivistin der gnadenlosen Verfolgung künstlerischen Ausdrucks im Iran zum Opfer gefallen ist. Ihre Inhaftierung dafür, dass sie friedlich ihre Gegnerschaft gegen die Steinigung ausspricht, ist eine schreckliche Ungerechtigkeit und ein ungeheuerlicher Angriff auf die Freiheit der Meinungsäußerung“, erklärte Magdalena Mughrabi, Nahost-Expertin bei Amnesty International. Zudem zeige sich hier in schockierender und zutiefst beunruhigender Weise, dass das Teheraner Regime die grausame und unmenschliche Strafe der Steinigung weiterhin unterstützt.

“Die iranischen Verantwortlichen“, so Magdalena Mughrabi, „müssen diesen Kreislauf der Ungerechtigkeit durchbrechen und Golrokh Ebrahimi Iraee sofort und bedingungslos freilassen. Wir fordern sie außerdem auf, sicherzustellen, dass ihre Verurteilung rückgängig gemacht wird. Golrokh Ebrahimi Iraee wird für die friedliche Ausübung ihrer Menschenrechte bestraft. Aber das eigentliche Verbrechen ist das Festhalten des Iran an der erschreckenden Praxis der Steinigung, die einer Folter gleichkommt. Statt kritische Stimmen einzuschüchtern und zu inhaftieren, sollten die Verantwortlichen vielmehr diese grausame Strafe ein für alle Mal abschaffen.“

Die Verurteilung von Golrokh Ebrahimi Iraee erfolgte vor allem als Reaktion auf eine unveröffentlichte fiktive Geschichte, die sie geschrieben hat. Die Geschichte beschreibt die emotionale Reaktion einer jungen Frau, die aus Wut über die grausame Praxis der Steinigung ein Koranexemplar verbrennt.

Diese Geschichte wurde am 6. September 2014 entdeckt, als Golrokh Ebrahimi Iraee zusammen mit ihrem Ehemann Arash Sadeghi an dessen Arbeitsplatz von Revolutionsgardisten verhaftet wurde. Diese Männer legten keinen Haftbefehl vor, sondern nahmen das Paar zu deren Wohnung mit, wo sie ihren Besitz durchsuchten und Dinge beschlagnahmten, darunter ihre Notebooks und einige CDs.

Arash Sadeghi, ein Menschenrechtsaktivist, wurde danach im Teheraner Evin-Gefängnis inhaftiert. Auch Golrokh Ebrahimi Iraee wurde 20 Tage lang in diesem Gefängnis festgehalten, ohne Zugang zu ihrer Familie oder zu einem Anwalt.

Golrokh Ebrahimi Iraee berichtete, dass sie während ihrer Haft stundenlangen Verhören ausgesetzt war, bei denen ihr die Augen verbunden wurden und sie vor einer Wand saß. Diejenigen, die sie verhörten, hätten ihr gedroht, dass man sie wegen “Beleidigung des Islam” hinrichten könne. Sie konnte auch deutlich hören, wie ihr Mann in der Nachbarzelle bei Verhören bedroht und beleidigt wurde, was ihre Qualen verschlimmerte. Arash Sadeghi erklärte später, dass er während der Haft gefoltert worden sei – er sei getreten, am Kopf geschlagen, geohrfeigt und gewürgt worden.

Amnesty International berichtet, dass der Gerichtsprozess von Golrokh Ebrahimi Iraee aus zwei kurzen Sitzungen eines Revolutionsgerichts in Teheran bestand. Die Anwälte der Menschenrechtsaktivistin wurden zu diesem Verfahren nicht zugelassen, und ihr selbst wurde auch keine Gelegenheit gegeben, sich zu verteidigen.

Arash Sadeghi verbüßt gegenwärtig im Evin-Gefängnis eine Haftstrafe von 15 Jahren wegen “Verbreitung systemfeindlicher Propaganda”, “Versammlung und Verschwörung gegen die nationale Sicherheit” und “Beleidigung des Gründers der Islamischen Republik”. Auch ihm wurde der Zugang zu einem Anwalt verweigert. Berichten zufolge wurden seine Facebook-Mitteilungen und E-Mails an Journalisten und Menschenrechtsaktivisten im Ausland als “Beweismittel” für die Anklagen gegen ihn verwendet.

Vertreter des Teheraner Regimes haben in ihren Bemerkungen zum jüngsten Bericht des UN-Generalsekretärs zur Menschenrechtslage im Iran die Steinigung zum Tode als Strafe im Falle von Ehebruch gerechtfertigt, weil sie angeblich “ein wirksames Mittel zur Abschreckung von Verbrechen und zum Schutz der Moral” sei.

Verein für Nothilfe e.V. - Menschenrechtsorganisation und Hilfe für Flüchtlinge

Der Verein für Nothilfe e.V. ist ein eingetragener und anerkannter gemeinnütziger Verein. Es ist unserer erklärtes Ziel als Menschenrechtsorganisation, bei der Verteidigung von Menschenrechten die internationale Unterstützung für die Bevölkerung im Iran zu gewinnen.

Mit einer Reihe umfangreicher Aktivitäten, die wir gemeinsam mit unseren Schwestervereinen und Menschenrechtsorganisationen in andere europäische Länder planen und ausführen, wollen wir die Verbrechen des Regimes im Iran aufdecken und Unterstützung für die Opfer und ihrer Menschenrechte leisten. Mit unseren Konferenzen, Meetings und Aktionen, die 24 Stunden am Tag die Nachrichten des Aufstandes ausstrahlen, geben wir den Menschen Mut im Kampf gegen Unterdrückung.

Neben unserer Vereinsarbeit unterstützen wir das Internationale Komitee der Juristen, dass die Opfer der Niederschlagung des iranischen Aufstandes verteidigt. Dieses Komitee leitet - neben der Öffentlichkeitsarbeit zu den Gräueltaten des Mullah-Regimes - die rechtlichen Schritte gegen die Verantwortlichen der Verbrechen.

Für uns ist die Unterstützung der iranischen Bevölkerung eine dringende menschliche Aufgabe. Nicht nur für die Demokratie im Iran sondern für den gesamten Weltfrieden.